
Verdauungsbeschwerden lösen: Was hilft wirklich gegen Blähbauch & Co?
Verdauungsbeschwerden lösen: Was hilft wirklich gegen Blähbauch & Co?
Nach dem Mittagessen spannt der Bauch, der Hosenbund drückt und die Konzentration lässt nach. Verdauungsbeschwerden wie Blähbauch, Druckgefühl, Durchfall oder Verstopfung kennen viele Menschen aus dem Alltag. Dennoch werden sie oft unterschätzt. Sie stehen im Zusammenhang mit Darmbewegung, Schleimhaut, Mikroorganismen und Stress, wobei der Darm zwischen Verdauen und Reinigen wechselt. Dieser Artikel zeigt anhand der Studienlage, wie Verdauungsbeschwerden und Blähbauch entstehen und welche Alltagsfaktoren dabei eine Rolle spielen.
Wie entstehen Verdauungsbeschwerden und ein Blähbauch?
Verdauungsbeschwerden umfassen Blähungen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe und unregelmäßigen Stuhlgang. Dabei stehen sie im Zusammenhang mit Veränderungen der Darmmotorik (Darmbewegung), der Schleimhautfunktion und der mikrobiellen Aktivität. Wenn dieses System aus dem Gleichgewicht gerät, entstehen mehr Gase, die Transitzeit (Dauer der Darmpassage) verändert sich oder die Schleimhaut reagiert empfindlicher.
Dabei treten häufig diese Veränderungen auf:
- Vermehrte Gasbildung im Darm
- Verlangsamte oder beschleunigte Transitzeit
- Erhöhte Reizempfindlichkeit der Darmschleimhaut
Der Darm arbeitet nämlich in zwei Phasen: Nach dem Essen verdaut er. Zwischen den Mahlzeiten reinigt er sich. Gerät eine dieser Phasen aus dem Takt, können Verdauungsbeschwerden wie Blähbauch entstehen.
Außerdem trägt ein gut funktionierender Verdauungstrakt zur Energieversorgung und zur Stabilität des Immunsystems bei. Störungen bleiben daher nicht auf den Darm beschränkt. Sie können das Wohlbefinden insgesamt beeinträchtigen.
Was haben Verdauungsbeschwerden mit dem Mikrobiom zu tun?
Mikroorganismen im Darm bauen unverdaute Bestandteile ab, bilden dabei Stoffwechselprodukte und Gase und stehen im Zusammenhang mit der Darmbewegung. Ein ausgewogenes Mikrobiom wird mit einer stabilen Darmbewegung in Verbindung gebracht. Eine gesteigerte Fermentationsaktivität (Vergärung im Dickdarm) geht dagegen mit Verdauungsbeschwerden wie Blähbauch und Druckgefühl einher.
Die Darmschleimhaut bildet eine Barriere zwischen Verdauungssystem und Immunsystem. Zudem sitzt ein großer Teil des Immunsystems in der Darmwand. Außerdem stehen Mikroorganismen im Zusammenhang mit der Schleimhautfunktion und mit Entzündungsvorgängen. Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, sprechen Fachleute von einer Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmflora). Eine Dysbiose geht mit einer höheren Reizempfindlichkeit einher. Diese kann Verdauungsbeschwerden begünstigen.
Aktuelle Forschung und spannende Fakten
Drei Übersichtsarbeiten beleuchten, wie Stress, Essenspausen und Flüssigkeit mit der Darmfunktion zusammenhängen:
- Stress und Darm-Hirn-Achse: Eine Übersichtsarbeit wertete Studien zum Einfluss von psychischem Stress auf das Reizdarmsyndrom aus.1 Stress steht danach im Zusammenhang mit Veränderungen von Reizempfindlichkeit, Darmbewegung, Sekretion und Schleimhautdurchlässigkeit, vermittelt über die Darm-Hirn-Achse (Kommunikation zwischen Darm und Gehirn).
- Reinigungsbewegung des Dünndarms: Eine Übersichtsarbeit beschreibt den Migrating Motor Complex (MMC, wiederkehrendes Bewegungsmuster von Magen und Dünndarm) als zyklisches Muster im Nüchternzustand, das durch Nahrungsaufnahme unterbrochen wird.2 Sein Fehlen wird mit Magenentleerungsstörungen, Darmlähmung und bakterieller Fehlbesiedlung des Dünndarms in Verbindung gebracht.
- Flüssigkeit und Verstopfung: Eine systematische Übersichtsarbeit mit elf Studien an Kindern und Jugendlichen prüfte den Zusammenhang zwischen Flüssigkeitszufuhr und Verstopfung.3 Vier von sechs Studien zu Risikofaktoren fanden einen Zusammenhang zwischen geringer Trinkmenge und Verstopfung, während keine der fünf Studien zur Wirkung einer höheren Trinkmenge einen klaren Nutzen zeigte.
Kurz gesagt: Jede Mahlzeit unterbricht die Reinigungsbewegung des Dünndarms. Sie setzt erst in der nächsten Pause wieder ein.
Fünf Wege zur Verbesserung von Verdauungsbeschwerden
Health Standard Solutions - Unser Ansatz
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Wiederkehrende Verdauungsbeschwerden wie Blähbauch haben oft mehrere Auslöser. Im Alltag lässt sich jedoch schwer erkennen, welche davon bei dir eine Rolle spielen. Health Standard Solutions bietet wissenschaftlich fundierte Gesundheitslösungen an. Unser Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Mikrobiom und Gesundheit zu verstehen und dieses Wissen nutzbar zu machen. Wir entwickeln Lösungen auf Basis von Präzisions-Mikroorganismen. Zudem ergänzen wir sie durch Empfehlungen zu Bewegung und Stressabbau.
Zukunftsperspektive
Die Forschung zu Darmbewegung, Mikrobiom und Darm-Hirn-Achse entwickelt sich weiter. Studien an Menschen mit Verdauungsbeschwerden werden den Zusammenhang daher genauer abbilden. Mikrobiom-Analysen für zu Hause werten Stuhlproben aus. Außerdem messen sie Marker, die Hinweise darauf geben, ob Darmflora und Darmbarriere aus dem Gleichgewicht geraten sind. Verdauungsbeschwerden wie Blähbauch lassen sich so künftig besser einordnen und gezielter angehen.
Quellen
1 Qin HY, Cheng CW, Tang XD, Bian ZX. 2014. Impact of psychological stress on irritable bowel syndrome. World Journal of Gastroenterology 20(39):14126-14131. DOI: 10.3748/wjg.v20.i39.14126. Zurück
2 Deloose E, Janssen P, Depoortere I, Tack J. 2012. The migrating motor complex: control mechanisms and its role in health and disease. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology 9(5):271-285. DOI: 10.1038/nrgastro.2012.57. Zurück
3 Boilesen SN, Tahan S, Dias FC, Melli LCFL, de Morais MB. 2017. Water and fluid intake in the prevention and treatment of functional constipation in children and adolescents: is there evidence? Jornal de Pediatria 93(4):320-327. DOI: 10.1016/j.jped.2017.01.005. Zurück
4 tom Dieck H, et al. 2022. A synbiotic formulation comprising Bacillus subtilis DSM 32315 and L-alanyl-L-glutamine improves intestinal butyrate levels and lipid metabolism in healthy humans. Nutrients 14(1):143. DOI: 10.3390/nu14010143. Zurück