
Wie kannst du dein Mikrobiom schützen, wenn Antibiotika notwendig sind?
Wie kannst du dein Mikrobiom schützen, wenn Antibiotika notwendig sind?
Antibiotika retten Leben, aber sie verändern gleichzeitig die Zusammensetzung des Darmmikrobioms.
Wenn eine Antibiotika-Therapie notwendig ist, stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Wie lässt sich das Mikrobiom schützen, ohne die medizinische Behandlung zu beeinträchtigen?
Diese Frage ist relevant, weil das Darmmikrobiom mit Verdauung, Immunfunktion und Stoffwechselprozessen in Verbindung steht.
Zusammenhang zwischen Antibiotika und Darmgesundheit
Antibiotika wirken gegen bakterielle Krankheitserreger, aber sie beeinflussen gleichzeitig auch viele nützliche Mikroorganismen im Darm. Dadurch kann sich die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft verändern, was als Dysbiose bezeichnet wird.
- Reduktion bestimmter bakterieller Arten
- Verschiebung der mikrobiellen Zusammensetzung
- Vorübergehende Abnahme der mikrobiellen Diversität
Wie macht sich eine Dysbiose bemerkbar?
Eine Dysbiose beschreibt ein Ungleichgewicht der Mikroorganismen im Darm, bei dem bestimmte bakterielle Arten reduziert sind und andere relativ zunehmen. Solche Veränderungen betreffen die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft und können verschiedene Funktionen des Darmökosystems beeinflussen.
Häufige Anzeichen betreffen zunächst die Verdauung, aber auch das allgemeine Wohlbefinden kann sich verändern. Die Symptome sind jedoch unspezifisch und lassen sich nicht eindeutig einer Dysbiose zuordnen.
- Blähungen, Völlegefühl oder veränderter Stuhlgang
- Durchfall während oder nach einer Antibiotika-Therapie
- Müdigkeit oder verminderte Belastbarkeit
- unspezifische Verdauungsbeschwerden
Nach einer Antibiotika-Einnahme können solche Veränderungen deshalb häufiger auftreten, weil sich das ökologische Gleichgewicht im Darm vorübergehend verschiebt. Deshalb kann es sinnvoll sein, mögliche Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen.
Aktuelle Forschung und spannende Fakten
Die Mikrobiomforschung untersucht zunehmend, wie sich Antibiotika-Therapien auf die mikrobiellen Ökosysteme im Darm auswirken und wie sich diese Gemeinschaften anschließend regenerieren.
Eine Interventionsstudie untersuchte gesunde erwachsene Männer, die kurzfristig eine Kombination aus Breitbandantibiotika erhielten. Die Analyse zeigte deutliche Veränderungen der mikrobiellen Zusammensetzung des Darms, wobei sich viele Bestandteile der Mikrobiota innerhalb mehrerer Wochen wieder in Richtung des ursprünglichen Zustands entwickelten, während einzelne bakterielle Arten auch nach längerer Zeit verändert bleiben konnten1.
Weitere Studien beschäftigen sich mit der Frage, ob bestimmte Mikroorganismen während einer Antibiotika-Therapie das Risiko für antibiotika-assoziierte Durchfälle beeinflussen können. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse randomisierter Studien untersuchte erwachsene Patientinnen und Patienten unter Antibiotika-Behandlung. Die Analyse zeigte, dass in mehreren Studien ein Zusammenhang zwischen der Einnahme bestimmter Mikroorganismen und einer geringeren Häufigkeit antibiotika-assoziierter Durchfälle beobachtet wurde2.
Eine zusätzliche Metaanalyse randomisierter placebokontrollierter Studien mit erwachsenen Teilnehmenden untersuchte denselben Zusammenhang. Die gepoolten Ergebnisse zeigten ebenfalls, dass in mehreren Studien eine geringere Häufigkeit antibiotika-assoziierter Durchfälle in den Interventionsgruppen beobachtet wurde3.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Antibiotika das mikrobielle Gleichgewicht im Darm vorübergehend verändern können. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass sich viele Bestandteile des Mikrobioms nach einer Therapie wieder stabilisieren können, auch wenn einzelne bakterielle Arten länger verändert bleiben können.
5 Wege, dein Mikrobiom bei Antibiotika zu schützen
Health Standard Solutions - Unser Ansatz
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Health Standard Solutions verfolgt einen wissenschaftlich orientierten Ansatz zur Unterstützung des Mikrobioms. Der Fokus liegt auf der Kombination aus evidenzbasierter Ernährung, Mikrobiom-Analyse und gezielt ausgewählten Präzisions-Mikroorganismen. Ziel ist es, individuelle Belastungen wie Antibiotika-Therapien besser zu begleiten und die natürliche Stabilität des mikrobiellen Ökosystems zu unterstützen.
Zukunftsperspektive
Die Mikrobiomforschung entwickelt sich zunehmend in Richtung personalisierter Medizin. Zukünftige Strategien könnten individuelle Mikrobiom-Profile nutzen, um Antibiotika-Therapien besser zu begleiten und Regenerationsstrategien gezielter anzupassen.
Quellen
1 Palleja A, Mikkelsen KH, Forslund SK, Kashani A, Allin KH, Nielsen T, Hansen TH, Liang S, Feng Q, Zhang C, Pyl PT, Coelho LP, Yang H, Wang J, Typas A, Nielsen MF, Nielsen HB, Bork P, Wang J, Vilsbøll T, Hansen T, Knop FK, Arumugam M, Pedersen O. Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure. Nat Microbiol. 2018 Nov;3(11):1255-1265. doi: 10.1038/s41564-018-0257-9. Epub 2018 Oct 22. PMID: 30349083.
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2 Goodman C, Keating G, Georgousopoulou E, Hespe C, Levett K. Probiotics for the prevention of antibiotic-associated diarrhoea: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open. 2021 Aug 12;11(8):e043054. doi: 10.1136/bmjopen-2020-043054. PMID: 34385227; PMCID: PMC8362734.
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3 Liao W, Chen C, Wen T, Zhao Q. Probiotics for the Prevention of Antibiotic-associated Diarrhea in Adults: A Meta-Analysis of Randomized Placebo-Controlled Trials. J Clin Gastroenterol. 2021 Jul 1;55(6):469-480. doi: 10.1097/MCG.0000000000001464. PMID: 33234881; PMCID: PMC8183490.
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